„Nur 8 …? -!!!“

Er hat ihn, und er hat ihn mehr als verdient. Ja, sicher, wie zig andere auch, die alle ja auch so wundervoll schreiben, nicht zuletzt der berühmteste seiner gegenwärtig schreibenden Landsmänner, ständig pendelnd zwischen Japan und Hawaii, während er, Kazuo Ishiguro, seit seinem fünften Lebensjahr mit seiner Familie in England lebt, wo der Vater seinerzeit eine Anstellung als Ozeanograph im Auftrag der britischen Regierung bekommen hatte.

Die Ständige Sekretärin der schwedischen Akademie, Sara Danius, nannte seine Bücher ‚wahrhaftig exquisit‘, ‚Alle seine Bücher sind wunderbar‘, ergänzte sie dann. Dabei sind es nur acht. Acht Bücher, mehr nicht?, werden sich viele da wundern. Nein, mehr nicht, acht Bücher bloß, aber was für welche! Solche, die den Leser in einen Textstrom mitnehmen, der einem anmuten mag, als habe man aus Kafka, Austen und Proust eine Melange hergestellt, die ganz im Gestus der Ishiguro eigen Bescheidenheit den Blick auf die Komplikationen dieser Welt richtet und dabei trotz aller Risse, die sich da auftun, trotz aller unfassbaren Gefahr,  im Tone weiterfließt, als ließe es sich dennoch bändigen, all dieses Unheilvolle. Dabei reden seine Figuren nicht viel und hinter all dem, was doch zu Worten wird, ist eine ganz eigene Stille. Immer wieder geht es diesen Menschen darum, sich einer Sache ganz hingegeben zu haben, einer Sache, an die sie einmal mit jeder Faser ihres Wesens geglaubt hatten, und der sie zum Ende hin dann auf eine oft kindlich anmutende Weise noch zu widerstehen versuchen.

So muss man schreiben! Vermag man es nicht, – und wer vermag das schon!- so sind auch hundert Titel und mehr ohne Belang. Schreib einer aber so, dann möchte man ausrufen (auch wenn Ishiguro dieser Ton sicherlich maßlos unangenehm wäre): Ja, verdammt, acht solche Bücher reichen bei weitem, um dafür den Nobelpreis für Literatur zu erhalten! Herzliche Glückwunsch! Und: sollte dennoch künftig ein weiteres dazukommen, wir werden uns reich beschenkt fühlen dürfen.

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